Führung mit Menschlichkeit und Empathie

Home > Allgemein  > Führung mit Menschlichkeit und Empathie

Nach 29 Jahren am Westfalen-Kolleg Paderborn wird der stellvertretende Leiter Roland Hermes in den Ruhestand verabschiedet.

Nach dem Abitur am Reismann-Gymnasium und dem Studium an der Gesamthochschule Paderborn absolvierte Roland Hermes sein Referendariat in Bielefeld und lehrte anschließend fünf Jahre an den kaufmännischen Schulen der Stadt Gütersloh. „Ich bin dann eher durch einen glücklichen Zufall an das Westfalen-Kolleg gekommen, aber ich habe sehr schnell gemerkt, dass ich genau hierher gehöre und das Paderborner Kolleg ist wirklich zu meiner Schule geworden“, blickt der Pädagoge zufrieden auf seine Dienstzeit zurück, die im Jahr 1991 begann. „Am Westfalen-Kolleg durfte ich immer wieder miterleben, wie junge Erwachsene, die sich noch einmal bewusst dafür entscheiden, die Schule zu besuchen, durch Bildung neue Lebensperspektiven entwickeln und bisher unentdeckte Talente entfaltet haben. Das Kolleg leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit. Ich freue mich“, so Hermes, „wenn ich durch meine Arbeit in den Fächern Deutsch und Katholische Religionslehre dazu beitragen konnte.“ Als Besonderheit des Zweiten Bildungsweges hebt Hermes hervor, dass die Studierenden bereits über Lebenserfahrung verfügten und nicht selten ihre eigenen Überzeugungen sehr gewinnbringend in die Diskussion fachlicher Inhalte hätten einbringen können.

Über den Unterricht hinaus machte Hermes sich auch in zahlreichen weiteren Funktionen um die Entwicklung und Führung der Schule verdient. Im Jahr 2000 übernahm er die Aufgabe des Ausbildungskoordinators und unterstützte dabei Referendarinnen und Referendare während ihres Vorbereitungsdienstes. Vier Jahre später kam die Koordination der Einführungsphase am Westfalen-Kolleg hinzu. Seit dem Jahr 2012 bis zu seiner Pensionierung füllte Hermes die Aufgabe des stellvertretenden Kollegleiters aus. Dabei wurde er nicht nur seiner Verantwortung für vielfältige schulorganisatorische Belange mit großer fachlicher Kompetenz und Umsicht gerecht, sondern engagierte sich auch mit hohem persönlichem Einsatz in der Beratung und Unterstützung der Kollegiatinnen und Kollegiaten. Er hat sich intensiv darum gekümmert, es jungen Erwachsenen in teilweise sehr komplexen Lebenssituationen zu ermöglichen, den Anforderungen der Schule gerecht werden zu können. Im Umgang mit Studierenden ebenso wie mit Kolleginnen und Kollegen stand für ihn dabei immer der Mensch im Fokus seines Handelns und nicht dessen Rolle oder Funktion.

Mit dieser menschlichen Führungsqualität übernahm Hermes auch zweimal die Aufgaben der kommissarischen Kollegleitung: zunächst nach der Pensionierung des langjährigen Direktors Manfred Krugmann und ein weiteres Mal nach der Berufung dessen Nachfolgers Dr. Andreas Müller zum Dezernenten in die Bezirksregierung Detmold.

Auch die jetzige Kollegleiterin Dr. Martina Möller hat Roland Hermes durch die Zusammenarbeit in der Schulleitung schätzen gelernt: „Er hat es wunderbar geschafft, sich mit großer Aufmerksamkeit und auch Fürsorge sowohl um die Belange der Studierenden als auch um die der Kolleginnen und Kollegen zu kümmern. Gleichzeitig hat er dabei immer den Sinn und die Aufgaben des Westfalen-Kollegs insgesamt im Blick behalten.“

Rückblickend verhehlt Hermes nicht, dass es natürlich auch sehr anstrengende Zeiten am Kolleg gegeben habe, besonders in den letzten Jahren. „Aber Lehrer am Westfalen-Kolleg gewesen zu sein, war der schönste Beruf für mich.“

Die Schulgemeinschaft des Westfalen-Kollegs dankt Roland Hermes aufrichtig für sein vielfältiges Engagement und wünscht ihm und seiner Familie alles Gute.

 

P.S. Auf Youtube finden sich zwei Interviews (Interview 1, Interview 2), die wir anlässlich seiner Verabschiedung mit Roland im Sommer geführt haben. Sehr sehenswert!