„Ich wollte eigentlich nie Lehrer werden!“ – Aus der Notlösung wurde eine Passion

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Nachdem Udo Schelb offiziell schon Rentner war, hatte er zuletzt noch einige Physikkurse am Westfalen-Kolleg unterrichtet und ist mit Abschluss des Wintersemesters nun sozusagen wirklich in Rente gegangen.

Auch aufgrund seines beruflichen Lebenswegs passt Udo Schelb perfekt zu unserer Schule. Denn darin spiegelt sich, dass Pläne und auch Einstellungen sich ändern können und daraus neue persönliche und berufliche Möglichkeiten entstehen, die man manchmal gar nicht für möglich gehalten hätte. „Eigentlich hatte ich nie Lehrer werden wollen, aber jetzt habe ich mehr als 20 Jahre in dem Beruf gearbeitet und es macht mir noch immer so viel Spaß, dass ich auch nach dem Übergang in die Rente noch einige Kurse unterrichtet habe!“

Ursprünglich hatte der Physik- und Mathematiklehrer als Forscher gearbeitet und zunächst in Marburg seine Promotion zum Kausalitätsbegriff in der Quantentheorie abgelegt und dann in Paderborn über die physikalische Begründung der Raum-Zeit-Geometrie habilitiert. „Danach ging es für mich an der Uni allerdings nicht so richtig weiter, deswegen musste ich mich beruflich umorientieren. Obwohl ich ja eigentlich nicht Lehrer werden wollte, beschritt ich dennoch diesen Weg, denn ich wollte unbedingt weiter mit den Inhalten meines Faches zu tun haben, die mich so faszinieren.“ Und wie sich zeigte, wurde die Begeisterung für die eigenen Unterrichtsfächer zum Grundstein für die Entwicklung vom Forscher zum begeisterten und dadurch auch begeisternden Lehrer.

„Nach dem Referendariat und einigen Lehrtätigkeiten kam ich im Jahr 2004 an das Westfalen-Kolleg und hatte hier aus mehreren Gründen eine tolle Zeit und fühle mich der Schule sehr verbunden. Hier sind Studierende, die aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht als Jugendliche ihr Abitur gemacht haben und sich dann als Erwachsene selber noch einmal bewusst dazu entscheiden zur Schule zu gehen und sich weiterzubilden. Diese Entwicklung zu begleiten macht Spaß und es herrscht ein menschlich sehr guter Umgang miteinander! Zudem sind wir im Fach Physik auch gut ausgestattet, sodass wir interessante und besondere Dinge im Unterricht machen können, wie zum Beispiel in den Projektkursen zu Naturwissenschaften in der Forensik oder zu Naturphänomenen wie Regenbogen, Polarlichtern, Geysiren, Fata Morganen usw.“ Auch dadurch haben sich immer wieder Studierende besonders für das Fach Physik begeistert und wurden von Udo Schelb etwa darin unterstützt, an der Studienakademie im Forschungszentrum Jülich teilzunehmen oder auch an der SchülerUni der Universität Paderborn.

Ein Merkmal des zweiten Bildungsweges ist ihm allerdings besonders im Fach Mathematik aufgefallen. Denn seiner Beobachtung nach beginnen einige Studierende am Westfalen-Kolleg ihren Weg in der festen inneren Überzeugung ‚Mathe konnte ich noch nie‘. Hier ist ihm wichtig, dagegen zu halten: „Aber das muss nicht so sein:  Mathe kann man lernen!“  Und so hat es ihn immer besonders gefreut, wenn die Studierenden es schafften, sich der Mathematik noch einmal neu zu öffnen und sie dann feststellten, dass sie sie doch erlernen können.

Und so ähnlich ist es Udo Schelb mit Blick auf seinen Beruf selber auch ergangen, schließlich hatte er ja eigentlich nie Lehrer werden wollen.

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