Was macht eigentlich…?

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Gerhard Gladbach

Holger Kosbab

Natalie Tschumak

Gerhard Ayasse

Markus Runte

Die Kollegiatinnen und Kollegiaten am Westfalen-Kolleg waren schon immer ein bunter Haufen. Sie verfügen über persönliche Lebenserfahrungen, bringen unterschiedliche schulische und berufliche Vorbildungen mit, haben gefestigte oder noch ungenaue Vorstellungen von der eigenen Zukunft, sind selber Mütter oder Väter oder wohnen noch bei den eigenen, …
Diese Mischung kennen wir und sie belebt regelmäßig unseren schulischen Alltag.
Aber leider nur selten haben wir die Gelegenheit zu erfahren, wie die Lebenswege der Studierenden aus den mehr als 100 Abitursemestern nach ihrer Zeit am Kolleg weitergingen. Deswegen stellen wir auf dieser Seite fortlaufend ehemalige Kollegiatinnen und Kollegiaten vor, indem wir ihnen folgende Fragen stellen:

Was hast Du vor dem Besuch des Kollegs gemacht?
Wie war Dein Werdegang nach dem Kolleg?
Welche Bedeutung misst Du dem Besuch des Kollegs bei?
Welche Erinnerungen verbindest Du mit Deiner Zeit am Kolleg?

Wir bedanken uns bei allen Alumni für die Bereitschaft, auf unsere Fragen zu antworten und uns einen kleinen Einblick in ihren Lebensweg und die Rolle des Kollegs darin zu gewähren!

Name:
Gerhard Gladbach

Abiturjahrgang:
Frühjahr 2007

Beruf:
Gesellschafter Nachhilfeinstitut Von6auf1Nachhilfe André Macke & Gerhard Gladbach GbR

Geburtsdatum:
18.08.1981

Leistungskurse:
Mathematik, Physik

Gerhard Gladbach

„Ich habe weder vorher noch nachher eine Bildungseinrichtung kennengelernt, in der Lehrende und Lernende so sehr auf Augenhöhe sind.“

Was hast Du vor dem Besuch des Kollegs gemacht?

Meiner Zeit am Westfalen-Kolleg ging eine Berufsausbildung zum Industriemechaniker voraus. Da ein Ingenieurstudium geplant war, machte ich anschließend ein Fachabitur (Fachrichtung Maschinenbau) am Richard von Weizsäcker Berufskolleg, verwarf dann aber kurzfristig meine Pläne und entschied mich gegen das Ingenieurstudium.

Warum hast Du Dich dazu entschieden, das Kolleg zu besuchen?

Meine neue Vorstellung ging in Richtung Grundschullehramt, was allerdings die allgemeine Hochschulreife voraussetzte. Dieses konnte ich dann am Westfalen-Kolleg Paderborn machen.
Die Schule wurde mir von meinem Cousin empfohlen, der von der konzeptionellen Gestaltung und dem Unterrichtsklima dort sehr begeistert war.

Welche Erinnerungen verbindest Du mit Deiner Zeit am Kolleg?

Die Zeit am Westfalen-Kolleg ist mir sehr positiv in Erinnerung
geblieben. Ich habe weder vorher noch nachher eine Bildungseinrichtung kennengelernt, in der Lehrende und Lernende so sehr auf Augenhöhe sind. Bei einigen Lehrern konnte man sogar von derselben Wellenlänge sprechen. Meine anschließende Zeit an der Universität Paderborn war im Vergleich zum Kolleg geradezu ernüchternd.
In den ersten Wochen am Westfalen-Kolleg hatte ich den Eindruck, man hätte eine Klasse gecastet, mit dem Ziel, möglichst unterschiedliche Typen und Charaktere in einen Raum zu packen und zu beobachten, was passiert. Die meisten Kollegiaten unseres Jahrgangs hatten eine abgeschlossene Berufsausbildung. Es gab einen Koch, der Pastor werden wollte, eine Bademeisterin, die die ersten vier Wochen ihre Jacke nicht auszog und einen Weltenbummler, der zwei Jahre lang mit dem Fahrrad unterwegs war, aber ansonsten nichts von sich preisgab.
Doch obwohl, oder gerade weil, unser Jahrgang ein überaus bunter Haufen war, haben sich Freundschaften entwickelt, die bis heute Bestand haben.

Welche Bedeutung misst Du dem Besuch des Kollegs für Deine berufliche und private Entwicklung bei?

Die Jahre am Westfalen-Kolleg haben mich sehr geprägt. Einige Lehrer haben uns ermutigt, frei zu denken und offen für unkonventionelle Wege und Entscheidungen zu sein. Diese Offenheit sollte natürlich nicht mit Naivität verwechselt werden, sondern dient als Grundlage für ein zufriedenes Leben, sowohl privat als auch beruflich.
Ich kann behaupten, dass meine Zeit am Kolleg einen entscheidenden Einfluss auf mein heutiges Berufsleben hatte. Mein heutiger Geschäftspartner und bester Freund André Macke befand sich in dem gleichen Jahrgang wie ich. Damals beschränkte sich unser gemeinsames Schaffen auf feierliche Wochenendaktivitäten. André orientierte sich in Richtung Ingenieurwesen und ich interessierte mich, wie gesagt, für das Grundschullehramt. Unsere gemeinsame Stärke lag eindeutig bei den Naturwissenschaften und so einigten wir uns, aus einer Laune heraus, auf ein Lehramtsstudium für Haupt-, Real- und Gesamtschulen mit der Fächerkombination Mathematik und Physik, welches wir nach dem Kolleg gemeinsam antraten.

Wie ist Dein beruflicher Weg nach dem Kolleg verlaufen?

Nach ein paar Semestern an der Universität Paderborn gründeten wir „Von6auf1 Nachhilfe André Macke & Gerhard Gladbach GbR“ und fingen an, neben dem Studium Nachhilfe zu geben. Die Nachhilfe machte großen Spaß und es stellte sich heraus, dass sich hinter unserer GbR größeres Potential verbirgt. Zwei Jahre später eröffneten wir mit unserer Filiale in Paderborn unsere erste eigene Nachhilfeschule und bieten seitdem Nachhilfe in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch von der Einschulung bis zum Abitur an. Unsere Nachhilfekräfte sind ausgebildete Lehrer und Lehramtsstudenten im höheren Semester. Heute betreiben wir drei Filialen in Paderborn, Salzkotten und Lichtenau und planen weitere Geschäftserweiterungen in den Jahren 2018 und 2019. Zudem sind wir mit unserem Unternehmen im Bereich E-Learning tätig und haben ein kostenloses Lernportal ins Leben gerufen. Auf „www.von6auf1.de“ bieten wir digitale Lernmedien (Lernvideos, Lernspiele, Arbeitsblätter, …) zum Fach Mathematik an.
Und auch heute noch erweist sich das Westfalen-Kolleg als besonders aufgeschlossene Schule, mit Interesse an modernen Lehrmethoden und gab uns schon mehrfach Gelegenheit, unser Lernportal den Studierenden und Lehrern im Unterricht vorzustellen.

Was kannst Du den heutigen Studierenden des Westfalen-Kollegs mit auf den Weg geben?

Es ist vernünftig, sich Ziele zu setzen und die Zukunft zu planen. Manchmal entscheidet der Verstand. Manchmal entscheidet der Bauch. Manche Dinge entwickeln sich automatisch oder durch Zufall. Beruflich habe ich mich oft umentschieden und die Richtung gewechselt. Das muss natürlich nicht immer richtig sein, aber ich bin mit dem Resultat sehr glücklich und zufrieden.
Am Westfalen-Kolleg habe ich mich sehr wohl gefühlt und ich habe gelernt, dass es Spaß machen kann, engagiert an einer Sache zu arbeiten, für die man sich selbst entschieden hat.

Genießt die Zeit am Westfalen-Kolleg und genießt die Freiheit, euer Leben selbst zu gestalten.

Name:
Holger Kosbab

Abiturjahrgang:
1994

Beruf:
Zeitungsredakteur

Geburtsdatum:
12. Juli 1970

Leistungskurse:
Englisch & Erdkunde

Holger Kosbab

Genießt die Zeit am Kolleg. Für mich gibt es auch heute noch keine bessere Schule!

Was hast Du vor dem Besuch des Kollegs gemacht?

Ich habe zunächst eine Ausbildung zum Tischler gemacht und anschließend Zivildienst geleistet.

Warum hast Du Dich dazu entschieden, das Kolleg zu besuchen?

Das Tischlern hat mir recht schnell nicht mehr den notwendigen Spaß gemacht. Da ich mich beruflich verändern und mir die Möglichkeit zum Studieren schaffen wollte, habe ich das Abi gemacht.

Welche Erinnerungen verbindest Du mit Deiner Zeit am Kolleg?

Leckere Käsebrötchen, tolle Lehrerinnen und Lehrer, eine unvergessliche Romfahrt – und die einzige 5 meines Lebens!

Welche Bedeutung misst Du dem Besuch des Kollegs für Deine berufliche und private Entwicklung bei?

Ich habe hier neue Interessen entwickelt und Freunde fürs Leben gefunden!

Wie ist Dein beruflicher Weg nach dem Kolleg verlaufen?

Ich habe in Paderborn die Fächer Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Germanistische Sprachwissenschaft und Medienwissenschaft auf Magister studiert und parallel dazu schon seit 1995 als freier Mitarbeiter für die Neue Westfälische gearbeitet. Dort habe ich dann auch ein Volontariat gemacht und bin seit 2006 als Redakteur bei der NW.

Name:
Natalie Tschumak

Abiturjahrgang:
Dezember 2003

Beruf:
Chemieingenieurin

Alter:
38

Leistungskurse:
Mathematik/ Biologie

Natalie Tschumak

„Bei der Zeugnisvergabe konnte ich die Tränen nicht zurückhalten, so traurig war ich, dass diese schöne Zeit vorbeiging.“

Was hast Du vor dem Besuch des Kollegs gemacht?

Mit 15 kam ich mit meinen Eltern aus Russland nach Deutschland. Ich konzentrierte mich dann vor allem auf das Lernen der deutschen Sprache. Nach 3 Jahren schloss ich die Realschule ab und war überglücklich, eine Ausbildung zur pharmazeutisch-technischen Assistentin zu beginnen.

Warum hast Du Dich dazu entschieden, das Kolleg zu besuchen?

Seit meiner Kindheit hatte ich den Traum, Apothekerin zu werden. Nach der Realschule kam ein Wechsel auf ein Gymnasium für mich zunächst nicht in Frage. Zum einen wollte ich nun etwas Handfestes erlernen und zum anderen hatte ich auch wegen meines Migrationshintergrundes Zweifel daran, das Abitur gut bestehen zu können.
Nach einem Jahr Berufstätigkeit habe ich durch Zufall vom Westfalen-Kolleg erfahren und beschlossen, diese Chance zu nutzen.
Das elternunabhängige BAföG bot auch die finanzielle Möglichkeit dazu, noch einmal die Schule zu besuchen.

Welche Erinnerungen verbindest Du mit Deiner Zeit am Kolleg?

Besonders haben mich die Mitwirkung in der Theatergruppe des Kollegs, dem „Schwarzen Theater“, und ihr Regisseur, Frank Böck, geprägt. Es ist eine tolle Gelegenheit, sich ganz anders auszuprobieren, zu entwickeln und Mut zu lernen. In dieser lebendigen, bunten Gruppe verschwimmen Grenzen. Es sind nur Kreative verschiedenster Art, die zusammen an einem Kunstwerk arbeiten. Für diese Erfahrung bin ich dem Kolleg und Frank Böck sehr dankbar. Die Erfolgserlebnisse auf der Bühne haben mich durch manches Tief in der folgenden Studienzeit getragen.

Welche Bedeutung misst Du dem Besuch des Kollegs für Deine berufliche und private Entwicklung bei?

Das Kolleg bot mir nicht nur den Zugang zum Abitur, sondern es war auch ein Genuss, mich weiter zu bilden. Denn am Kolleg wurden alle Fächer angeboten und keine generellen Schwerpunkte oder Richtungen vorgegeben.
Man war unter erwachsenen Personen, die etwas erreichen und für sich lernen wollen, und nicht nur die Stunden „absitzen“ wie in der Schule. Durch den intensiven Austausch mit Lehrern und Kommilitonen öffnete sich mir ein ganz anderer Zugang zur Allgemeinbildung und dem Lernprozess. Es sind dabei sehr wertvolle Freundschaften entstanden, die ich immer noch gerne pflege.
Bei der Zeugnisvergabe konnte ich die Tränen nicht zurückhalten, so traurig war ich, dass diese schöne Zeit vorbeiging.

Wie ist Dein beruflicher Weg nach dem Kolleg verlaufen?

Ich habe Chemie an der Universität Paderborn studiert und arbeitete längere Zeit als Entwicklerin für Farben und Lacke bei einigen großen Lackherstellern, wie BASF Coatings GmbH in Münster, Mankiewicz Gebr. & Co. in Hamburg sowie der Plantag Group in Detmold.
Aktuell leite ich die Entwicklungsabteilung bei Bio-Circle Technology GmbH in Gütersloh. Wir entwickeln im eigenen Labor Reinigungsmittel, Lacke, Schutz- und Pflegemittel für industriellen und privaten Gebrauch.
In dem Rahmen pflege ich einen regen Austausch zwischen Schulen, Hochschulen, Fachschulen und der Industrie. So wie ich damals am Westfalen-Kolleg neue Perspektiven gefunden habe, möchte ich jungen Leuten durch Einblick in Labor- und Entwickleralltag sowie in das Gefüge einer mittelständischen Firma vielfältige Möglichkeiten aufzeigen.

Was kannst Du den heutigen Studierenden des Westfalen-Kollegs mit auf den Weg geben?

Nur Mut, ein Plan B ist oft erfolgreicher als ein zunächst klar vorgezeichneter Weg. Neue Perspektiven zu erkennen und zu bewerten braucht manchmal etwas Zeit, gestatte sie Dir.
Eine regelmäßige Reflexion und Anpassung eigener Ressourcen und Vorhaben hilft die nächsten Schritte klarer zu sehen.
Trau Dich eine Chance wahr zu nehmen und auszuprobieren.
Verfolge deine Ziele und tu es für Dich.

Name:
Gerhard Ayasse

Abiturjahrgang:
1971

Beruf:
Rechtsanwalt

Alter:
68

Gerhard Ayasse

„Das Wissen und die erworbenen Fähigkeiten haben mein Selbstwertgefühl erheblich gesteigert.“

Was hast Du vor dem Besuch des Kollegs gemacht?

Ich wurde 1949 in Olpe im Sauerland geboren, besuchte acht Jahre die Volksschule und machte im Alter von 13 bis 16 Jahren eine Maurerlehre. Während der Lehrzeit begann ich mit der Abendschule, das hieß für mich mittwochs nach der Arbeit und samstags noch zu lernen, um die „Mittlere Reife mit fachtheoretischer Überhöhung“ (heute Fachabitur) zu machen.
Ursprünglich wollte ich Bauingenieur werden, hatte dann aber nach einem Praktikum kein Interesse mehr an dem Beruf.
Ich habe mich dann dazu entschlossen das Abitur zu machen, um alles werden zu können, und begann 1968 in Paderborn am Kolleg.

Warum hast Du Dich dazu entschieden, das Kolleg zu besuchen?

Seit meiner Kindheit hatte ich den Traum, Apothekerin zu werden. Nach der Realschule kam ein Wechsel auf ein Gymnasium für mich zunächst nicht in Frage. Zum einen wollte ich nun etwas Handfestes erlernen und zum anderen hatte ich auch wegen meines Migrationshintergrundes Zweifel daran, das Abitur gut bestehen zu können.
Nach einem Jahr Berufstätigkeit habe ich durch Zufall vom Westfalen-Kolleg erfahren und beschlossen, diese Chance zu nutzen.
Das elternunabhängige BAföG bot auch die finanzielle Möglichkeit dazu, noch einmal die Schule zu besuchen.

Welche Erinnerungen verbindest Du mit Deiner Zeit am Kolleg?

Damals bekamen nur wenige Kollegiaten BAföG. Da wir aber alle einen Beruf gelernt hatten, wir waren alleine fünf Maurer in einer Stufe, fiel es uns nicht schwer, neben der Schule Geld zu verdienen. Die erste Zeit wohnte ich mit einigen Mitschülern im Kolpinghaus, später in einer eigenen Bude in der Westernstraße. Wir waren alle das erste Mal von zu Hause weg und gingen häufig in die Kneipe Ulenspiegel, den es heute noch gibt. Als wir 1968 am Kolleg begannen waren wir auch buchstäblich 68er, die den Mief der Nachkriegszeit hautnah miterlebt und hassen gelernt hatten. Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg und die neu erstarkte NPD waren an der Tagesordnung und nicht wenige Lehrer haben uns begleitet. Obwohl wir mehrheitlich links waren, gab es auch andere politische Positionen. Aber trotz dieser unterschiedlichen Meinungen gab es ausnahmslos einen Zusammenhalt unter uns Kollegiaten, den ich weder vorher, noch nachher in dieser Form wieder erlebt habe!

Welche Bedeutung misst Du dem Besuch des Kollegs für Deine berufliche und private Entwicklung bei?

Zunächst einmal hat das erlernte Wissen und die erworbenen Fähigkeiten im Unterricht mein Selbstwertgefühl erheblich gesteigert, war ich doch jetzt nicht mehr der „simple Volksschüler“, der weder Englisch noch Latein konnte und auch ansonsten nicht viel mitzureden hatte. Beruflich hätte ich wohl den Rest meines Arbeitslebens rumgejobbt, da ich als Maurer nicht mehr arbeiten wollte und eine zweite Ausbildung für mich nicht in Frage kam.

Wie ist Dein beruflicher Weg nach dem Kolleg verlaufen?

Nach dem Abitur 1971 kam der Wehrdienst und dann die Frage: Was studiere ich jetzt? Da ich immer noch keine besonderen Interessen bei mir entdeckt hatte, entschied ich mich für das Jurastudium, da es mir die Aussicht auf ein breites Tätigkeitsspektrum bot. Nur ein weiterer Mitschüler hat auch Jura studiert und wurde dann in Paderborn Richter. Nach dem Studium wusste ich endlich, was ich werden will, nämlich Arbeitsrichter. Als politisch aktiver Linker erhielt ich jedoch wie viele meiner Gesinnung Berufsverbot, d. h. der gesamte öffentliche Dienst war mir verschlossen. Nach einigen Umwegen habe ich mich dann dazu entschlossen Rechtsanwalt zu werden, um mit meinem Wissen als Arbeitsrechtler Arbeiter und Gewerkschaften zu unterstützen.
Inzwischen bin ich 68 und habe meine Kanzlei aufgegeben, arbeite jedoch weiterhin mit viel Spaß als Hochschullehrer für Pflegerecht.

Was kannst Du den heutigen Studierenden des Westfalen-Kollegs mit auf den Weg geben?

Der jetzigen Kolleggeneration möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben: Vergesst nie, wo ihr herkommt, verbiegt euch nicht, des Erfolges wegen, haltet die Augen offen für das, was um euch geschieht und nutzt eure Fähigkeiten, Ungerechtigkeiten zu verhindern. Bedenkt bei allem aber auch: multae sunt causae bibendi.

Name:
Markus Runte

Abiturjahrgang:
1995

Beruf:
Kunsthistoriker

Geburtsdatum:
15. Januar 1969

Leistungskurse:
Kunst und Deutsch

Markus Runte

„Mit der Entscheidung, das Westfalen-Kolleg zu besuchen, konnte ich meinem Leben eine ganz neue Richtung geben. “

Was hast Du vor dem Besuch des Kollegs gemacht?

Ich habe ein Berufsgrundschuljahr zum Tischler absolviert, danach eine Ausbildung zum Technischen Zeichner im Maschinenbau abgeschlossen. Es folgte der Zivildienst in der Klosterabtei Königsmünster in Meschede.

Warum hast Du Dich dazu entschieden, das Kolleg zu besuchen?
Nach der Ausbildung hätte es in sicherer Festanstellung bis zur Rente so weiter gehen können. Dazu war ich aber noch nicht bereit. Ich hatte noch Lust auf mehr, war interessiert Neues zu lernen und zu erleben. Das Kolleg war der ideale Einstieg, um noch weiter über den Horizont hinausblicken zu können.

Welche Erinnerungen verbindest Du mit Deiner Zeit am Kolleg?
Wir waren eine große Gemeinschaft von Gleichgesinnten die motiviert waren nochmal etwas Neues zu beginnen und Neues zu lernen – und das freiwillig. Jeder konnte sich mit seinen Neigungen und Interessen einbringen und seine entsprechenden Fächer finden und wählen.
Der Kunstunterricht mit Lehrer Frank Böck war prägend und hat mich auf das spätere Studium der Kunstgeschichte vorbereitet. Ebenso brachte der unterhaltsame Deutschunterricht mit Eckard Radau viele neue Erkenntnisse in Sprache und Literatur – Freude pur!
Am Kolleg entstanden neue Freundschaften, die auch heute noch halten.
Die Zeit am Kolleg verbinde ich insbesondere auch mit meiner Familie! Im vierten Semester wurde mein Sohn Janis geboren, der an manchen Tagen mit mir die Mathe- und Kunststunden zusammen besucht hat. Derzeit ist er ebenfalls am Westfalen-Kolleg, ist motiviert und hat ein bestimmtes Studienziel vor Augen. Am Tag meiner Zeugnisübergabe hat sich dann unsere Tochter angekündigt…
Natürlich dürfen die leckeren Brötchen von Herrn und Frau Kaiser nicht fehlen sowie eine unglaublich kreative Italienfahrt in die Hauptstadt der Renaissance, in die Toskana nach Florenz.

Welche Bedeutung misst Du dem Besuch des Kollegs für Deine berufliche und private Entwicklung bei?
Mit der Entscheidung, alles bereits Erreichte abzubrechen, das Westfalen-Kolleg zu besuchen, um das Abitur nachzuholen, konnte ich meinem Leben eine ganz neue Richtung geben. Ich habe es noch keinen Tag bereut.

Wie ist Dein beruflicher Weg nach dem Kolleg verlaufen?
An der Universität in Kassel habe ich Kunstgeschichte und Germanistik studiert. Parallel habe ich ein Praktikum an den Städtischen Museen und Galerien in Paderborn begonnen, wurde dort während meines Studiums wissenschaftliche Hilfskraft. Nach mehreren Zeitverträgen bekam ich dort eine Festanstellung und habe seitdem die Verantwortung für das Stadtmuseum Paderborn.

Was kannst Du den heutigen Studierenden des Westfalen-Kollegs mit auf den Weg geben?
Jeder, der sich zum Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg entschlossen hat, sollte diese Möglichkeit und die Chance bewusst und dankbar annehmen und möglichst jeden Tag genießen. Es ist eine unglaublich wertvolle Zeit, die, wenn sie sinnvoll und richtig genutzt wird, für alles weitere im Leben prägend ist. Auch im Rückblick.

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